Havensteinschule
Havensteinschule

Unser Schulprofil

Auf dem Weg zur Inklusion - Individuelle Förderung

Seit dem Jahr 2010 kommt der Inklusion eine erhöhte Bedeutung zu. Lernen in einer inklusiven Schule bedeutet Lernen in einer gewollten heterogenen Gemeinschaft aller, in der jede und jeder willkommen ist und in der partnerschaftlich und respektvoll zusammen gearbeitet wird. Eine inklusive Schule widersetzt sich der Ausgrenzung, schafft ein inklusives Klima und or­ganisiert Unterstützungsstrukturen für die Vielfalt aller SuS. Sie schafft Lernarrangements, mittels derer die Teilhabe aller gesichert wird.

Jeder Mensch lernt auf seine Weise. Jedes Kind startet seine Schullaufbahn auf einem anderen Niveau. Jedes Kind verfügt über Stärken und Schwächen in den unterschiedlichsten Bereichen. Allein der Entwicklungsunterschied bei den einzuschulenden Kindern liegt bei bis zu drei Jahren. Um sowohl leistungsstarken als auch leistungsschwachen SuS gerecht zu werden, jeden optimal zu fördern und keinen zurückzulassen, muss jede Schule individuell fördern.

An der Havensteinschule haben wir durch das „Gemeinsame Lernen“ bereits seit 17 Jahren (seit 2000) Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt sammeln können und sind 2010 mit dem Gütesiegel „Individuelle Förderung“ ausgezeichnet worden. Unser Unterricht orientiert sich bereits am ersten Schultag an den individuellen Lernvoraussetzungen der SuS, welche durch einen intensiven Aus-tausch mit den Erziehern und Erzieherinnen der KTEs, durch individuelle und lerngruppenbezogene Lernausgangsanalysen, Lernprozessbeobachtungen sowie Lernstandsüberprüfungen immer wieder ermittelt werden. Durch offene Unterrichtsformen, verbunden mit leistungsdifferenzierten Aufga-benstellungen und verschiedene methodische Zugänge, wird die Arbeit an einem Lerngegenstand auf einem unterschiedlichen Niveau ermöglicht. Auf diese Weise fördern und fordern wir mit einer Selbstverständlichkeit sowohl leistungsschwächere als auch leistungsstarke SuS. Für Kinder mit besonderem oder auch sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden die individuellen Lern- und Entwicklungsziele in Förderplänen verbindlich ver­einbart und mit Eltern sowie Schü­lerinnen und Schülern besprochen. Die alltäglichen Abläufe werden für sie und für die ganze Klasse so gestal­tet, dass sie erfolgreich an ihren individuellen Entwicklungsschwerpunkten arbeiten können. Alle SuS werden in der Regel im Klassenverband unterrichtet und je nach Bildungsgang (zielgleich oder zieldifferent) ge-fördert. In der Praxis wird unsere individuelle Förderung vor allem folgendermaßen sichtbar:

  • vielfältige und stark differenzierte Unterrichtsmaterialien sowie Aufgabenstellungen
  • Förderplan für SuS mit besonderem Förderbedarf, nicht nur sonderpädagogischem Förderbedarf
  • Jahrgangsbezogene, jahrgangsübergreifende und/oder klassenbezogene Fördergruppen in Kleingruppen für alle SuS im Wechsel (= Förderung der leistungsstarken und –schwachen SuS)
  • Förderung der phonologischen Bewusstheit in Klasse 1
  • Sport-Förderunterricht in Klasse 1 (abhängig vom Personalstand)
  • Leseförderung mit Unterstützung von Eltern/Großeltern ab Klasse 1
  • Lese-Rechtschreibförderung (LRS) ab Klasse 2
  • Denkschule für Klasse 4
  • Sonderpädagogische Förderung im Bereich Sprache, emotionale und soziale Erziehung, geistige Entwicklung, Lernen und Lebenspraktische Übungen
  • Mädchen- und Jungenförderung durch die Schulsozialarbeiterin
  • Konzentrationstraining (abhängig vom Personalstand)
  • Teilnahme am Leseförderprogramm Antolin (Deutsch) und an Wettbewerben:, Känguru (Mathe), Landesweiter Mathematikwettbewerb, Sportwettkämpfe
  • Transparenz über die besonderen Beratungsangebote der einzelnen Lehrkräfte
  • Beratung in multiprofessionellen Teams/ „Runder Tisch“
  • ADHS-Beratung für die Stadt Oberhausen vor Ort

Erziehung - Positives soziales Klima

Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, SuS und Erziehungsberechtigte sehen Erziehung als einen gemeinsamen Prozess. Gegenseitige Wertschätzung sowie ein vertrauensvoller Umgang und Austausch miteinander sind die Grundlage unseres Verständnisses von Erziehung. Als positives Vorbild leben die Erwachsenen den Kindern diese Grundhaltung vor.

Gemeinsam haben wir Vereinbarungen zur Sicherung eines lernfördernden und positiven sozialen Klimas getroffen, die in einem Erziehungskonzept festgehalten und in einem Erziehungsvertrag verbindlich fixiert sind (Stand: 2015). Der Erziehungsvertrag umfasst Klassen- und Schulregeln sowie Maßnahmen, Regeln für Lehrkräfte und Eltern. Unterzeichnet wird dieser Vertrag von jedem Schulkind, den Eltern, der Klassenleitung sowie der Schulleitung. Er gilt für die gesamte Schulzeit an der Havensteinschule.

Durch klare und eindeutige Regeln für alle Beteiligten an der Schule gehen wir aktiv gegen Unterrichtsstörungen vor, reduzieren verbale und körperliche Grenzverletzungen, fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit fremden Eigentum und erhöhen dadurch die effektive Lernzeit. Regelkonformes Verhalten wird durch ein individuelles Verstärkersystem mit positiven Konsequenzen belohnt. Durch präventives Handeln in Form von Classroom-Management reduzieren Lehrkräfte Regelverstöße. Auf eintretende Regelverstöße erfolgt eine unmittelbare, den Kindern bekannte Konsequenz. Durch ein einheitliches Ampelsystem wird allen am Unterricht Beteiligten Transparenz verschafft.

Zur Grundlage des gemeinsamen Erziehungsverständnisses gehört zudem, die Förderung der Entwicklung der Kinder zu sozial verantwortlichen und selbstbestimmten Menschen. Dies erreichen wir unter anderem durch

 

  • Lob und positive Verstärkung stehen im Vordergrund (Verstärkersystem, Lob-Heft, „warme Dusche“, „Gute-Taten-Leine, ...)
  • Erziehungsvertrag mit allen Beteiligten (Kindern, Eltern, Klassenlehrkraft, Schulleitung)
  • Elternabend „Erziehungskonzept“ vor der Einschulung
  • Einheitliche Klassenregeln
  • Übernahme von Klassendiensten
  • Klassenstunde (Reflexion des eigenen Verhaltens und das der anderen, Problemlösungen, ...)
  • Schülerparlament
  • Offener Anfang (= Zeit für jeden einzelnen SuS, Zeit für Organisatorisches)
  • Förderung der Sozialkompetenz durch „FINN“ in Klasse 1  (Gefühle) und „Ferdi“ in Klasse 2 (respektvoller und angemessener Umgang miteinander, Handlungsmuster, Vokabular zum Bearbeiten von Konflikten, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Anzeichen für Gefühle, Gestik, Mimik
  • „Pausenengel“-Ausbildung in Klasse 2 und 3, Einsatz in Klasse 3 und 4
  • Teilnahme an der Jungen-Trophy
  • Teilnahme an den Mädchen-Gesundheitstagen
  • Teilnahme am Präventionsprogramm gegen Missbrauch „Die große Nein-Tonne“ (Klasse 1, 2) und „Mein Körper gehört mir“ (Klasse 3,4) alle 4 Jahre
  • Teilnahme an der Ausstellung „Sicher stark“ (alle 2 Jahre)
  • Beratung in multiprofessionellen Teams, „Runder Tisch“
  • Individuelles Sportfest statt Bundesjugendspiele
  • Friedensdorf Pakete packen (jährlich)

Demokratische Gestaltung des Schullebens - Partizipation

Die Havensteinschule verfügt über eine demokratische Gestaltungs-, Diskussions- uns Streitkultur. Wir fördern die aktive Mitwirkung aller an der Schule Beteiligten am Schulleben und der Schulentwicklung. Besondere Bedeutung erfährt in diesem Zusammenhang unser Erziehungskonzept, welches in einem langen Prozess gemeinschaftlich erarbeitet, diskutiert und beschlossen wurde. Gemeinsam achten wir darauf, dass die Regeln allen transparent sind und sie eingehalten werden. Auch die zahlreichen Aktionen im Zusammenhang mit den Schulschließungsplänen der Stadt Oberhausen wäre ohne den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit unter allen an der Schule Beteiligten in der Größenordnung nicht möglich gewesen. Basis für die demokratische Gestaltung des Schullebens liegt in der gegenseitigen Wertschätzung und Unterstützung der Lehrkräfte und (pädagogischen) Mitarbeiter, der Erziehungsberechtigten und der außerschulischen Partner. Alle Beteiligten fühlen sich respektiert und nehmen sich gegenseitig ernst.

Großen Wert im Bereich der demokratischen Gestaltung des Schullebens legen wir auf die „Partizipation“ der SuS. Unter „Mitbestimmung“ verstehen wir sowohl ein Bildungs- und Erziehungsziel als auch ein Handlungsprinzip, was eine große Herausforderung für alle Beteiligten bedeutet. Mit dem Prinzip der Anerkennung sorgen wir für eine gute Basis. Kinder lernen bei uns, frühzeitig ihre eigenen Interessen zu vertreten, sich bewusst in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld einzumischen, sowohl mit anderen Kindern als auch mit Erwachsenen Themen auszuhandeln und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden. Auf diese Weise fördern wir die Entwicklung der Kinder zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, in ihrem Gemeinsinn und der Toleranz befähigt werden und ihre interkulturelle Kompetenz stärken.

In der Praxis setzen wir das u.a. wie folgt um:

 

  • Übernahme von Ämtern und Aufgaben in den Klassen
  • Übernahme der Patenschaft für die Erstklässler
  • Klassensprecher und -Vertreter bereits ab Klasse 1
  • Regelmäßig stattfindende Klassenstunde
  • Schülerparlament, bestehend aus allen Klassensprechern und –Vertretern
  • jährlichen Schülervollversammlung
  • Streitschlichter/Pausenengel
  • Abstimmungen (Mehrheitsentscheid)
  • Schülerbriefkasten für Anmerkungen/Ideen, Auswertung im Schülerparlament
  • Klassenpflegschafts- und Schulpflegschaftssitzungen sowie Vollversammlungen

 

Das haben die SuS im Rahmen von großen Mitbestimmungsgremien bereits erreicht:

 

  • Farbwahl bei der Renovierung der Toiletten
  • Anschaffung von Pausenspielzeug
  • Durchführung einer jährlichen Schülervollversammlung
  • Stellungnahme zum Schulerhalt der Havensteinschule für der Oberbürgermeister Daniel Schranz
  • Durchführung und Organisation einer jährlich stattfindenden gemeinsamen Kino-Aktion
  • Einführung einer klassenübergreifenden Frühstückspause (halbjährlich)

Sprachliche Förderung

Für den Bildungserfolg kommt den sprachlichen Fähigkeiten der SuS eine besondere Bedeutung zu. Sie ist maßgeblich für alle Unterrichtsfächer und damit entscheidend für einen qualifizierten Schulabschluss. Immer mehr Studien belegen, dass SuS sich zwar im Alltag ohne Probleme verständigen können, ihnen aber die nötigen bildungssprachlichen Fähigkeiten fehlen: Um Sachtexte zu verstehen oder selber verständlich Texte zu verfassen, Zusammenhänge zu begreifen und zu erklären sowie andere mit eigenen Argumenten zu überzeugen, benötigen die Kinder immer mehr Unterstützung durch Lehrpersonen. Auch bei dem seit 2014 in Oberhausen einheitlich durchgeführtem Schulspiel bei der Schulanmeldung wird immer deutlicher, dass die sprachlichen Defizite der zukünftigen Schulkinder, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund, zunehmend steigen. Vor allem im Bereich der phonologischen Bewusstheit, die entscheidend für das erfolgreiche Lesen- und Schreibenlernen ist, besteht dringender Handlungsbedarf, um die SuS bereits zu Beginn des Schuleintritts optimal zu fördern. Im weiteren Verlauf der Schullaufbahn kommt der Verbesserung der Lesekompetenz eine entscheidende Rolle zu, die Auswirkungen auf alle Unterrichtsfächer hat.

Gleichzeitig besuchen immer mehr SuS mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Sprache die Havensteinschule. Für diese Kinder muss der Unterricht sprachsensibel gestaltet sowie zusätzliche Förderangebote in Kleingruppen angeboten werden. Ab dem Schuljahr 2017/2018 werden voraussichtlich Seiteneinsteiger mit geringen Deutschkenntnissen an der Schule aufgenommen, wodurch besonders der sprachsensible (Fach-) Unterricht eine immer größere Bedeutung erhält.

Die sprachliche Förderung findet u.a. folgendermaßen statt:

 

  • Förderstunde „Deutsch“ für alle Kinder in Klasse 1
  • Förderstunde zur phonologischen Bewusstheit für ausgewählte SuS der Klasse 1
  • festgelegte Lese-Übungsstunden mit Unterstützung von Lese-Eltern/Großeltern/...
  • regelmäßiger Besuch der Schulbücherei
  • im Abstand von ca. 6 Wochen durchgeführte Vorlesestunden durch Lehrkräfte zu ausgewählten Themen (z.B. Feste und Feiertage, verschiedene Sprachen,  ...)
  • Teilnahme am Vorlesetag Oberhausen
  • Vorlesestunde in den örtlichen KTEs durch Drittklässler (vgl. Kooperationsvertrag Havensteinschule und KTE Dellwig/Judas Thaddäus)
  • jährlich stattfindende Autorenlesung in der Schule
  • Teilnahme an der Lesung im Gasometer für die 4. Klassen
  • Teilnahme am Antolin-Leseförderprogramm und Veröffentlichung der Ergebnisse (klassenbezogen)
  • Teilnahme am Schulchor Klasse 1/2 und Klasse 3/4
  • Teilnahme an der Theater/Musical-AG
  • Teilnahme an einer Lese-Rechtschreib-Förderung für ausgewählte Kinder ab Klasse 2
  • Zeus Projekt (Tageszeitung) in Klasse 4
  • Besuch des Theaters Oberhausen
  • Wortspeicher-Arbeit und Modell-Sätze in Deutsch, Mathematik Sachunterricht und Englisch
  • Ritualisierte Gespräche (Begrüßung, Klassenstunde, ...)

Hier finden Sie uns

Havensteinschule
Küppers Hof 15
46117 Oberhausen 

 

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0208 6206570

 

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0208 6206577

 

eMail:

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